Olympische Spiele

Geschichte und Gegenwart

Olympische Spiele der Antike

Im antiken Griechenland wurden sportliche Wettkämpfe zu Ehren des Gottes Zeus in Olympia ausgetragen. Diese Olympischen Spiele sind seit 776 v.Chr. auf Grund einer überlieferten Rangliste historisch belegt, haben ihre Anfänge aber bereits in mythischen Zeiten.

Anfangs gab es nur eine einzige Disziplin, den Kurzstreckenlauf (Stadionlauf). 708 v.Chr. wurde der Fünfkampf (Penthatlon) bestehend aus Laufen, Weitsprung, Diskuswurf, Speerwurf und Ringen, hinzugenommen.

684 v.Chr. wurden die Olympischen Spiele von ursprünglich einem Tag auf drei Tage, später auf bis zu fünf Tage mit bis zu 13 Wettbewerben, darunter Pferde- und Wagenrennen, ausgeweitet. Die Spiele wurden alle vier Jahre im Hochsommer abgehalten; der Zeitraum wurde im alten Griechenland als "Olympiade" bezeichnet.

Ein Gottesfriede (Ekecheiria) schützte die Anreise und Heimkehr der Athleten und der Zuschauer in der ganzen griechischen Welt. Die Olympiasieger erhielten nur einen Kranz aus Zweigen des heiligen Ölbaums, wurden aber in ihrer Heimat hoch geehrt. 393 n.Chr. wurden die Olympischen Spiele durch den römischen Kaiser Theodosius I. als "heidnische Götterverehrung" verboten.

Olympische Spiele der Neuzeit

Der französische Pädagoge und Historiker Pierre Baron de Coubertin (1863-1937) gilt als Vater der Idee, die Olympischen Spiele "in modernisierter Gestalt, aber unter möglichster Annäherung an die Antike und auf internationaler Grundlage" wieder aufleben zu lassen.

Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt und folgten seitdem entsprechend dem antiken Zeitraum einer "Olympiade" alle vier Jahre (mit Unterbrechungen 1916 sowie 1940 und 1944 während der beiden Weltkriege).

Seit den zweiten Olympischen Spielen der Neuzeit in Paris 1900 durften erstmals auch Frauen an den Wettkämpfen teilnehmen; zunächst nur im Tennis, später auch in weiteren Disziplinen. Zur Teilnahme an Olympischen Spielen waren zunächst nur Amateure zugelassen, seit den 1980er Jahren wurden die Zulassungsbestimmungen liberalisiert.

Olympische Symbole

Olympische Fahne

Das von Pierre de Coubertin entworfene Symbol der olympischen Bewegung wurde erstmals bei den Olympischen Spielen in Antwerpen 1920 verwendet. Es zeigt auf weißem Grund fünf verkettete Ringe in den Farben blau, gelb, schwarz, grün und rot, die die Völkerfreundschaft der fünf Kontinente symbolisieren sollen.

Olympisches Feuer

Für die Olympischen Spiele in Berlin 1936 wurde zum ersten Mal das Olympische Feuer im Heiligen Hain von Olympia mit Hilfe eines Hohlspiegels an der Sonne entfacht und in einem Fackellauf zum Austragungsort gebracht. Als Schöpfer dieser Tradition gilt der deutsche Sportfunktionär Carl Diem (1882-1962).

Olympischer Eid

Er wurde zum ersten Mal 1920 in Antwerpen gesprochen und ist seitdem fester Bestandteil des olympischen Zeremoniells. Ein Sportler des Teilnehmerlandes spricht ihn bei der Eröffnungsfeier Olympischer Spiele im Namen aller teilnehmenden Wettkämpfer.

Austragungsorte der Sommerspiele

Athen (1896, 2004), Paris (1900, 1924, 2024), St. Louis (1904), London (1908, 1948, 2012), Stockholm (1912), Antwerpen (1920), Amsterdam (1928), Los Angeles (1932, 1984, 2028), Berlin (1936), Helsinki (1952), Melbourne (1956), Rom (1960), Tokyo (1964, 2020), Mexico City (1968), München (1972), Montreal (1976), Moskau (1980), Seoul (1988), Barcelona (1992), Atlanta (1996), Sydney (2000), Peking (2008), Rio de Janeiro (2016), Brisbane (2032).

Austragungsorte der Winterspiele

Chamonix (1924), Sankt Moritz (1928, 1948), Lake Placid (1932, 1980), Garmisch-Partenkirchen (1936), Oslo (1952), Cortina d'Ampezzo (1956), Squaw Valley (1960), Innsbruck (1964, 1976), Grenoble (1968), Sapporo (1972), Sarajevo (1984), Calgary (1988), Albertville (1992), Lillehammer (1994), Nagano (1998), Salt Lake City (2002), Turin (2006), Vancouver (2010), Sotschi (2014), Pyeongchang (2018), Peking (2022), Mailand-Cortina (2026).

Internationales Olympisches Komitee (IOC)

Die Vorbereitung, Durchführung und Kontrolle der modernen Olympischen Spiele ist Aufgabe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das 1894 in Paris auf Anregung von Pierre de Coubertin gegründet wurde.

Das IOC hat seinen Sitz in Lausanne (Schweiz) und entscheidet als höchste Autorität der olympischen Bewegung über das Programm der Spiele und ihre Vergabe an eine Stadt.