Nichtraucherschutz in Europa
Entwicklung des Nichtraucherschutzes
Der Nichtraucherschutz hat sich in Europa seit den 2000er Jahren stark entwickelt. Irland war 2004 das erste europäische Land, das ein strenges Rauchverbot in öffentlichen Transportmitteln, geschlossenen öffentlichen Räumen wie Pubs sowie an fast allen Arbeitsplätzen erließ.
Länderübersicht
Strenge Rauchverbote
Irland: Seit 2004 strenges Rauchverbot in öffentlichen Räumen, Pubs und an fast allen Arbeitsplätzen.
Italien: Seit 2004 Rauchverbot in allen Zügen, seit 2005 striktes Rauchverbot in allen Gaststätten (ausgenommen Raucherzimmer mit separater Lüftung) und in öffentlichen Gebäuden.
Großbritannien: Umfassendes Rauchverbot in der Gastronomie seit 2007. In Schottland gilt seit 2006 ein strenges Rauchverbot in Restaurants, Kneipen, Theatern und Kinos.
Norwegen: Seit 2004 strenges Rauchverbot in Gaststätten, Bars und Hotels sowie in Bussen und Bahnen.
Schweden: Seit 2005 Rauchverbot für Bars, Cafés und Restaurants; Rauchen in Freiluftbereichen erlaubt.
Teilweise Rauchverbote
Frankreich: Seit 1992 eingeschränktes Rauchverbot mit vorgeschriebenen Nichtraucherzonen in Gastronomiebetrieben.
Spanien: Seit 2006 weit reichendes Rauchverbot am Arbeitsplatz, in Bürogebäuden, kulturellen Einrichtungen, Einkaufszentren und öffentlichen Verkehrsmitteln. Bars und Restaurants mit mehr als 100 m² Fläche müssen getrennte Bereiche einrichten.
Niederlande: Seit 2004 Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, Hotels, Restaurants sowie auf Bahnhöfen und in Firmen.
Österreich: Seit 2006 Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und Bahnhöfen. Die Gastronomie hat sich verpflichtet, Nichtraucherzonen einzuführen.
WHO Framework Convention on Tobacco Control
Die WHO Framework Convention on Tobacco Control (FCTC) ist das weltweit erste Übereinkommen zur öffentlichen Gesundheit. Sie wurde 2003 von allen 192 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation einstimmig verabschiedet und trat am 27. Februar 2005 in Kraft.
Die Konvention verpflichtet die Beitrittsstaaten dazu, ihre Vorgaben binnen drei bis fünf Jahren in nationales Recht umzusetzen. Unter anderem sieht das Übereinkommen ein Werbe- und Sponsoringverbot für Zigaretten vor, die Erhöhung der Tabaksteuer und Zigarettenpreise, Warnhinweise auf Tabakverpackungen sowie Schutzmaßnahmen gegen das Passivrauchen.
Gesundheitliche Auswirkungen
Tabakrauch gilt als stark gesundheitsschädigend, nicht nur für Personen, die aktiv Tabak rauchen, sondern auch für alle, die den Rauch passiv einatmen. Passivraucher haben laut WHO ein bis zu 20 Prozent höheres Lungenkrebsrisiko, die Wahrscheinlichkeit einer Herzkrankheit wird durch das Passivrauchen um 35 Prozent erhöht.